Neue Hoffnung für die Behandlung von Endometriose

Endometriose: Forschungsergebnisse, die in der Zeitschrift „Stem Cells Report“ veröffentlicht wurden, zeigen, dass defekte Gebärmutterzellen durch gesunde Zellen ersetzt werden können.

Forschungsergebnisse zeigen, dass defekte Gebärmutterzellen durch gesunde Zellen ersetzt werden können

Während schätzungsweise etwa 10% aller Frauen weltweit an Endometriose leiden, besagt eine aktuelle Studie, dass diese Krankheit geheilt werden könnte, indem defekte Zellen durch gesunde ersetzt werden.

Diese Studie, die in der Zeitschrift „Stem Cells Report“[1] veröffentlicht wurde, ist die erste, die belegt, dass defekte Endometriumzellen erneut in gesunde Zellen umprogrammiert werden können, um so Endometriose zu behandeln.

Forschungsergebnisse zeigen, dass defekte Gebärmutterzellen durch gesunde Zellen ersetzt werden können, die als induzierte pluripotente Zellen bezeichnet werden. Für die Untersuchung dieser Zellen ist Shinya Yamanaka im Jahre 2012 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden. Es handelt sich um Stammzellen, die aus spezialisierten adulten Zellen gewonnen werden, die genetisch umprogrammiert werden.

Allgemein formuliert handelt es sich um Zellen, die aus dem Körper eines Erwachsenen entnommen und dann zu unreifen Zellen umprogrammiert werden, die sich in jeder Zelle des Körpers erneuern können.

In dieser Studie werden gesunde Zellen aus dem Blut oder der Haut von Frauen mit Endometriose gewonnen. Die Tests zeigten, dass das Immunsystem der Frauen, bei denen die Autotransplantation durchgeführt wurde, diese gesunden Zellen nicht abstieß.

Endometriose entsteht dann, wenn die Zellen des Endometriums – die Innenwand der Gebärmutter – defekt sind und nicht ordnungsgemäß auf die Freisetzung von Progesteron, einem Implantationshormon, reagieren. Diese defekten Zellen bewegen sich dann in die Eileiter und dann in das Bauchgewebe, was zu starken Schmerzen im Beckenbereich führt.

Die Studie bewiesen, dass sich gesunde Zellen dagegen vermehren und positiv auf Progesteron reagieren können. Sie heften sich so an das Gebärmuttergewebe an und wandern nicht länger an die Bauchdecke.

Die Studie zeigt vorerst nur, dass gesunde Zellen im Körper der getesteten Frauen positiv reagieren. Der nächste Schritt ist der Austausch der defekten Zellen durch diese gesunden Zellen.

Auf dem Weg zur Langzeitbehandlung

Es wird geschätzt, dass weltweit 10% der Frauen im gebärfähigen Alter (etwa 200 Millionen) von Endometriose betroffen sind. Eine wirksame Langzeitbehandlung gibt es derzeit nicht. Die betroffenen Frauen sind bis zur Menopause gezwungen, sich einer Hormonbehandlung zu unterziehen. Auch besteht die Möglichkeit, sich über mehrere Monate hinweg chirurgischen Eingriffen zu unterziehen, um das Fortschreiten der Krankheit einzudämmen. Die Krankheit verschwindet jedoch nie ganz.

Endometriose verursacht zahlreiche Beschwerden: neben starken Schmerzen während der Menstruation können betroffene Frauen unfruchtbar werden und ein höheres Risiko für Eierstockkrebs haben.

Laut Professor Bulun, Forscher im Rahmen der Studie, können die Folgen der Krankheit für viele verheerend sein: „Die Frauen mit Endometriose beginnen bereits in jungen Jahren an der Krankheit zu leiden. Schließlich sind sie auf Opioide angewiesen, um die Schmerzen zu lindern. Diese Medikamentenabhängigkeit Sucht zerstört ihr soziales Leben und versperrt ihnen eine akademische Zukunft“.

[1] Miyazaki K. et al. „Generation of Progesterone-responsive Endometrial Stromal Fibroblasts from Human Induced Pluripotent Stem Cells : Role of the WNT/CTNNB1 Pathway”, 2018 (https://www.cell.com/stem-cell-reports/fulltext/S2213-6711(18)30425-9)