Stammzellen vermehren dank der Technologie und Molekularwissenschaft

Ein Team kanadischer Forscher hat ein Molekül entdeckt, das in der Lage ist, die aus Nabelschnurblutproben gewonnenen Stammzellen zu vermehren

Mit einer neuen Technologie hat eine Gruppe kanadischer Forscher einen Meilenstein auf dem Gebiet der Stammzelltransplantation aus Nabelschnur bestimmt: Sie haben ein Molekül entdeckt, das in der Lage ist, Stammzellen aus Nabelschnurblutproben zu vermehren. Dies könnte es den Ärzten ermöglichen, Patienten umfangreichere Stammzelltransfusionen zur therapeutischen Behandlung verschiedener Formen von Blutkrebs wie Leukämie, Anämie und Myelom anzubieten.

Unter der Leitung von Dr. Guy Sauvageau veröffentlichte das Forscherteam des Institute for Research in Immunology and Cancer (IRIC) an der University of Montreal (Kanada) in der Zeitschrift Science ihre Studie, in der sie erklären, wie sie es geschafft haben, das Molekül UM171 – so genannt zu Ehren der Universität – durch den Einsatz eines neuen Bioreaktors zu entdecken.

Es ist eine denkwürdige und innovative Entdeckung, durch die es möglich ist, die aus einer Einheit Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen zu vermehren. Darüber hinaus wird dieser globale Durchbruch die mit der Stammzelltransplantation verbundenen Schwierigkeiten deutlich reduzieren.

Blutstammzellen – so genannte haematopoietische Stammzellen – sind in der Tat eine ideale Ressource bei der Transplantation, da sie leicht zugänglich, relativ unspezialisiert und weniger wahrscheinlich eine Abstoßungsreaktion bei den Empfängern auslösen. Außerdem ist es nicht notwendig, dass die genetische Kompatibilität zwischen Spender und Empfänger identisch ist (wie es bei Knochenmark der Fall sein muss).

Die Anzahl der in einer Bluteinheit enthaltenen Stammzellen ist jedoch begrenzt: «Man bekommt, was man bekommt», sagt Sandra Cohen, Hämatologin und verantwortlich für die Studie in Phase I/II. Mit dem Molekül UM171, durch das die gewonnenen Stammzellen im Labor vermehrt werden, kann dies nun überwunden werden, bevor sie bei Patienten, die an der bereits Ende 2014 gestarteten klinischen Studie teilnehmen, injiziert werden.

Dr. Sauvageau und sein Team sind mit den erzielten Ergebnissen bereits sehr zufrieden: «Dieses neue Molekül wird in Kombination mit der neuen Technologie des Bioreaktors Tausenden von Patienten auf der ganzen Welt den Zugang zu Stammzellen Transplantationen sicherer machen», und noch weiter «scheint diese Entdeckung für die Behandlung verschiedener Krebsarten sehr vielversprechend zu sein».

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