Bonding: ein Band fürs Leben

Die tiefe und exklusive Beziehung zwischen Mutter und Kind beginnt bereits in den ersten Monaten der Schwangerschaft

Der Begriff “Bonding” wurde gegen Ende 1970 in den Vereinigten Staaten geprägt, um die einzigartige und unauflösliche Bindung zwischen Mutter und Kind zu beschreiben. Es leitet sich von dem Verb “to bond” ab, was bedeutet, zu binden, anzugreifen, zu verbinden, und repräsentiert damit die tiefe und exklusive Beziehung, die über die Zeit zwischen zwei Individuen besteht.

Dazu ist es notwendig, einen engen Kontakt zwischen den Eltern und dem Neugeborenen von den ersten Augenblicken nach der Geburt an zu gewährleisten. Der Neonatologe Marshall H. Klaus und der Kinderarzt John H. Kennel, Autoren des Buches Mother-Infant Bonding, sagen, dass «die beste Zeit für einen guten Beginn des Bonding die zwei Stunden nach der Geburt sind», wenn der Gesundheitszustand von Mutter und Kind es erlaubt.

Wenn das Neugeborene in Haut-zu-Haut-Kontakt mit der Mutter gelegt wird, kann es den vertrauten Geruch der Mutter erkennen und sich beruhigen, wodurch es die nötige Sicherheit erhält, um die Brust der Mutter zu erreichen und mit dem Stillen zu beginnen (ein Phänomen, das als Brustkrabbeln bezeichnet wird). Gleichzeitig hilft der Haut-zu-Haut-Kontakt dem Baby, seine Körpertemperatur und seine Herzfrequenz zu stabilisieren.

Bonding ist auch ein grundlegendes Moment für die Mutter. In den ersten zwei Stunden nach der Geburt zirkulieren im Körper der Mutter eine Reihe von Hormonen, die eine spezifische Rolle spielen: Oxytocin erreicht seinen Höhepunkt, stimuliert durch das Füttern, und begünstigt so die Ausscheidung der Plazenta; Endorphine bestimmen die Empfindungen von Freude und Befriedigung; während Prolaktin auf das mütterliche “Einnisten” und das Pflegeverhalten einwirkt.

Bonding zwischen Mutter und Kind ist auch in Situationen möglich, in denen das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt von der Mutter getrennt werden muss: Auch in Anwesenheit von Gesundheitsgeräten (z.B. dem Inkubator) kann man einen Moment der Intimität mit dem Baby haben, durch Geruchskontakt (indem man ein von der Mutter getragenes Kleidungsstück mitbringt), durch Stimme, Blicke und Streicheleinheiten, bis man es schließlich in den Armen halten kann.

Tatsächlich beginnt der Prozess der Bindung bereits in den ersten Monaten der Schwangerschaft, in denen Mutter und Vater den Babybauch streicheln und mit ihm sprechen und singen.

Bonding ist ein Band für das Leben, genau wie die Nabelschnur, die Mutter und Kind bereits in der Gebärmutter verbindet. Erfahren Sie mehr über die Bedeutung der Nabelschnur Ihres Babys und insbesondere das Potenzial der darin enthaltenen Stammzellen: Kontaktieren Sie jetzt Nescens Swiss Stem Cell Science.