Akute lymphoblastische Leukämie und Stammzellen

Erfolgreiche Knochenmarkstammzelltransplantation bei einem Coronavirus-positiver Kind mit akuter lymphoblastischer Leukämie

Ein Kind im Alter von nur 6 Jahren, das an akuter lymphoblastischer Leukämie leidet, kam im Herbst 2019 aus London nach Italien, um sich einer Knochenmarktransplantation zu unterziehen. Im Krankenhaus Bambino Gesù in Rom, in der Abteilung für Onkohämatologie und Zell- und Gentherapie, beginnen die vorbereitenden Therapien der Chemo- und Immuntherapie, um die “Ladung” der Krankheit auf eine Schwelle zu senken, die es dem Transplantat erlaubt, eine bessere Erfolgschance zu haben und sich schließlich von der Leukämie zu erholen.

Das Ärzteteam unter der Leitung von Prof. Franco Locatelli beschließt, die Transplantation von haematopoietischen Stammzellen eines Elternteils vorzunehmen, wenn kein kompatibler Spender zur Verfügung steht. Im März 2020 – mitten in einer Pandemie – unterziehen sie das Kind und die Eltern dann den notwendigen Tests, um festzustellen, wer für eine Knochenmarkspende in Frage kommt. Aus den Tests ging hervor, dass die gesamte Familie positiv auf COVID-19 getestet wurde: Vater und Kind waren asymptomatisch, während die Mutter leichte Symptome zeigte.

Es wurde daher beschlossen, das Kind sofort mit einer Infusion von Hyperimmunplasma zu behandeln, das von einem bereits von der Infektion geheilten Patienten gewonnen wurde, wobei der Plasmaspender mit dem besten Titer an neutralisierenden Antikörpern rekrutiert wurde, d.h. der in der Lage ist, die Bindung des Coronavirus-Proteins an seinen auf menschlichen Zellen vorhandenen Rezeptor zu verhindern.

Sobald der Test negativ ausfiel, wurde das Kind schließlich der Transplantation der haematopoietischen Stammzellen seines Vaters unterzogen – der ebenfalls Abstrich-negativ war. Die Stammzellen wurden speziell manipuliert, um alpha/beta+ T-Lymphozyten zu eliminieren, Zellen, die für den Organismus des Empfängers gefährlich sind. Es handelt sich um eine von Prof. Locatellis Team entwickelte Technik, die im Kinderkrankenhaus des Heiligen Stuhls entwickelt wurde, das weltweit die größte Anzahl von Transplantationen aufweist: etwa 700 Elterntransplantationen wurden bisher bei leukämie- und blutkrebskranken Kindern durchgeführt.

Dem Kind geht es jetzt gut: Es gab keine postoperativen Komplikationen, die Zellen des Vaters vermehren sich und er ist auf dem Weg zur vollständigen Genesung. Mit den heute verfügbaren Manipulationsmethoden ist der Prozentsatz der Heilung mit einer Knochenmarktransplantation von einem der Elternteile vergleichbar mit dem, der mit einem perfekt geeigneten Spender erreicht wird.

Die Nabelschnur Ihres Kindes ist eine unschätzbare und wertvolle Quelle für haematopoietische und mesenchymale Stammzellen mit außergewöhnlichen biologischen und immunologischen Eigenschaften. Sie zu konservieren ist eine einmalige Gelegenheit: Entdecken Sie mit Nescens Swiss Stem Cell Science, wie man das macht.